4. Informations- und Gebetsbrief

Liebe Freunde und Freundinnen,
liebe Mitglieder der Pinéa Programm Gruppe,

der amerikanische Schriftsteller Louis Adamic zitierte immer seinen Großvater mit den Worten: "Leben heißt, Honig von einem Dorn zu lecken." 

Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Mitglieder der Pinéa Programm Gruppe,

    der amerikanische Schriftsteller Louis Adamic zitierte immer seinen Großvater mit den Worten: "Leben heißt, Honig von einem Dorn zu lecken." Damit drückte er gleich mehrere Dinge aus: Das Leben besteht nicht nur aus Dornen, sondern auch aus Honig – auf der anderen Seite aber nicht nur aus Honig, sondern auch aus Dornen. Die Süßigkeiten des Lebens gibt es nicht bequem, und wer sie haben will, muss behutsam vorgehen. Irgendwie beinhalten diese Monate genau diese Bilder. Im Augenblick sehen wir uns in einem Dornengestrüpp von Gesundheitsgefahren und einem stacheligen Regelwerk gefangen, das zwar notwendig ist, uns aber trotzdem ziemlich piekst. Aber wir wissen aus den Erfahrungen der Vergangenheit auch von dem Honig des Lebens, von aufregenden Reisen, schönen Ferien und herzlicher Gemeinschaft, und wir müssen wohl noch eine Weile üben, mit beidem umzugehen: Wie leckt man Honig von einem Dorn? Und wann wird es soweit sein, dass wir uns dann wieder einen süßen Korsika-Urlaub auf der Zunge zergehen lassen können?

    Wie gern hätte ich Ihnen allen schon heute einen Gruß mit der Meldung "Jetzt ist alles geklärt" geschickt. Doch leider ist vieles noch undurchsichtig, und es wird sich erst in den kommenden Tagen und Wochen aufhellen. Zum heutigen Zeitpunkt gibt es von französischer Seite keine klaren Ansagen, was den Tourismus betrifft; es heißt also weiter, sich in Geduld zu üben. Klar ist allerdings – und da können Sie ganz beruhigt sein –, dass Vorstand und Beirat der PPG ein detailliertes Hygienekonzept für die Appartementanlage ausarbeiten und dass damit die vom Staat vorgegebenen Regeln genau eingehalten werden. Den augenblicklichen Stand der Dinge schildert der Infobrief "Stellungnahme zu den Auswirkungen des Coronavirus . . ." auf der Homepage pinea-corsica.de (scrollen Sie einfach auf dieser Seite nach unten). Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir sie dort in einem neuen Brief veröffentlichen, oder sie sind im Reisebüro bei Tobias Haupt zu erfragen.

    Aber eine sehr gute Nachricht ist doch auch jetzt schon zu vermelden: Die Strände in Calvi sind seit dem 21. Mai wieder geöffnet. Da spürt man ja sofort den Sand zwischen den Zehen und freut sich auf ein Bad im Meer – wie auch immer das dann vonstatten gehen wird. Und seit dem Wochenende sind unter bestimmten Auflagen auch Gottesdienste wieder erlaubt. Weitere gute Aussichten: Die Grenzschließung wird voraussichtlich am 15. Juni aufgehoben, und unsere Mitarbeiter können dann beginnen, die Saison vor Ort vorzubereiten. Wir haben zur Zeit als Start des Programms den 27. Juni bzw. den 4. Juli vorgesehen und hoffen und beten, dass es klappt.

    Wie könnte ein Urlaub dann aussehen? Versammlungen in le théâtre werden – wenn überhaupt – zunächst wohl nur in kleinen Zahlen und ohne gemeinsamen Gesang möglich sein. Doch wir haben ja auch noch die große Blumenterrasse, wo wir uns in überschaubaren Gruppen mit verordnetem Abstand treffen können. Wir werden versuchen, die Veranstaltungen in kleineren Häppchen anzubieten, damit möglichst alle Urlauber irgendwann im Tagesverlauf teilnehmen können. Angedacht sind im Augenblick Kurzandachten mit solistischer musikalischer Begleitung, die zum Beispiel zweimal täglich stattfinden können. Für das beliebte Kinderprogramm denken sich die Verantwortlichen ebenfalls mit Hochdruck Alternativen aus, denn das Spielen und das Singen in größeren Gruppen werden bis auf weiteres nicht möglich sein. Aber wir setzen unsere ganze Energie und Kreativität ein, um ein fröhliches, spannendes und erlebnisreiches Miteinander der Kinder zu ermöglichen.

    Es kann also für alle Gäste trotz aller Einschränkungen ein erholsamer und unvergesslicher Urlaub werden. Dazu wollen unsere Referenten und Musiker gerne beitragen: im persönlichen Kontakt, auf Spaziergängen, am Strand oder abends auf der Terrasse vor dem Lokal. Von einer Referentin erhielt ich die vielversprechende Ankündigung: "Wir warten mal ab, was sich entwickelt, aber wir nehmen die veränderten Bedingungen als sportliche Herausforderung und kriegen da auf jeden Fall was Sinnvolles/Fröhliches hin." Das ist auch ermutigend für uns als Vorstand und für den Beirat, die wir in diesen Wochen oft mit rauchenden Köpfen immer neue Probleme bearbeiten mussten und Entscheidungen zu fällen hatten, die niemand erwarten konnte. Wir arbeiten uns einfach mit viel Gebet durch das Dickicht von Dornen und freuen uns auf den Honig.

    An dieser Stelle möchte ich Ihnen – und besonders auch den von der Krise stark betroffenen Eigentümern der Appartements – für alle Verbundenheit und Treue danken. Begleiten Sie doch bitte weiterhin die Arbeit in Pinéa mit Ihren Gebeten, und hoffen Sie mit uns allen, dass bald wieder Leben in die zur Zeit ganz stille Anlage einkehrt, und dass sich damit auch die schwierige wirtschaftliche Lage bessert.

    Am Wochenende werden wir das Pfingstfest feiern und diesmal Gott besonders dafür danken, dass er uns den Tröster, den Heiligen Geist, geschickt hat. Wann brauchen wir Trost, wenn nicht in dieser schwierigen Zeit? Aber der Heilige Geist will noch viel mehr in unserem Leben bewirken. Vielleicht spricht Ihnen das Lied aus der – und in die – Seele, das ich zum Schluss gerne mit Ihnen teilen möchte:

 

O heilger Geist, kehr bei uns ein –
so hast du uns oft beten hören.
Wir wollten deine Wohnung sein,
dich bitten, bei uns einzukehren.

Wir brauchten dich, wir brauchten deine Gaben,
doch wollten wir noch vieles andre haben,
was deinen Platz in uns dir streitig machte
und was dich nach und nach zum Schweigen brachte.
Wir ließen dich nicht das tun, was du wolltest,
weil du nur helfen, doch nichts ändern solltest.

O heilger Geist, kehr bei uns aus –
so vieles muss aus uns verschwinden.
Feg alles, was nichts taugt, hinaus,
auch wenn wir selbst es richtig finden.

Feg Hochmut, Neid und Hass aus allen Ecken,
auch das, was wir noch vor uns selbst verstecken.
Nimm Geld und Macht und unsre andern Götzen,
und reiß sie von den angestammten Plätzen;
und schaff dir Raum zum Schalten und zum Walten.
 Dreh alles um und lass nichts mehr beim alten.

O heilger Geist, kehr bei uns ein –
du sollst für immer hier verweilen.
Du sollst kein Gast bei uns mehr sein,
sollst uns nicht mehr mit andern teilen.

Und dass du in uns lebst, das wird man spüren:
denn du wirst nicht nur uns zur Wahrheit führen.
Du lässt an uns, auch wenn wirs kaum begreifen,
die Liebe, die Geduld wie Früchte reifen.
Und dass du in uns lebst, das wird man hören,
denn was wir sagen werden, wird Gott ehren.

O heilger Geist, kehr bei uns ein –
du kannst den letzten Winkel füllen.
Wir möchten gern wie Jesus sein;
gestalte uns nach seinem Willen.                            Text: Manfred Siebald

 

Herzliche Grüße, auch im Namen von Pastor Joachim Rohrlack und Carl von Gehlen, und bleiben Sie gesund und gesegnet –

Ihre Christine Siebald